Geheime Weltordnung? Hier sind die fünf einflussreichsten Geheimgesellschaften der Geschichte

Wer regiert am Ende die Welt? Gibt es wirklich geheime Gesellschaften, die hinter unserem Rücken arbeiten und eine neue Weltordnung schaffen?

Wird uns Geschichte selektiv präsentiert? Und wer sind die Leute, die die „Show“ leiten?

Viele Fragen und nur wenige Antworten.

Das Welttreffen des Bilderberg Clubs brachte die Frage nach dem wahren Einfluss einiger mehr oder weniger „geheimer Gruppen“ auf das Schicksal der Erde auf die Titelseiten. Haben sie die Kontrolle? Was machen sie? Wer sind ihre Mitglieder?

Intrigen, Verschwörungen und Strategien, die perfekten Zutaten, die verborgene Gesellschaften charakterisiert haben, die eine Macht haben, deren Dimension wir unmöglich erfassen können.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf einige der wichtigsten „geheimen“ Gesellschaften in der Geschichte unseres Planeten.


Der Bilderberg Club

1954 trafen sich die einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt in einem Hotel, um die globale Agenda für das folgende Jahr zu besprechen und zu planen.

Seitdem treffen sie sich weiterhin jährlich, aber der Inhalt ihrer Gespräche bleibt ein streng gehütetes Geheimnis.

Der Bilderberg ist nicht gerade eine geheime Gesellschaft, aber viele Verschwörungstheoretiker sorgen sich um den Einfluss, den ihre jährlichen Treffen haben, und einige sagen, dass sie hinter der neuen Weltordnung stehen.

Der Name entstammt dem ersten Tagungsort in Oosterbeek in den Niederlanden, dem Hotel de Bilderberg.

Die wichtigste Persönlichkeit, die mit der Gründung des Bilderberg Club in Verbindung gebracht wird ist der pole Joseph H. Retinger. Er soll Prinz Bernhard der Niederlande vorgeschlagen haben, eine geheime Konferenz mit allen NATO-Führern hinter verschlossenen Türen zu organisieren. Ursprünglich aus der Sorge heraus, dass sich die transatlantischen Beziehungen (Westeuropa und Nordamerika) abkühlen könnten.

Die Annahme, die Bilderberg Club und andere mächtige “Weltherrscher”-Gruppen seien vor über 50 Jahren durch ein paar Gespräche wie aus dem Nichts entstanden, wäre allerdings leichtgläubig. Der Bilderberg Club hat uralte Strukturen, lediglich in einer neuen Erscheinungsform.

Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz

Insgesamt nehmen jedes Jahr ca. 120-130 einflussreiche Persönlichkeiten an der Konferenz des Bilderberg Club teil. Alle Teilnehmer werden sorgfältig ausgewählt und müssen den Zielen der einen Machtelite positiv gegenüberstehen. Sie kommen aus der ganzen Welt, hauptsächlich aber aus Europa und Nord Amerika. Die Teilnehmer kleiden die höchsten Ämter aus vielen Bereichen.

Bereiche aus denen die Ämter der Bilderberg-Teilnehmer kommen

  • Wirtschaft (Banken, Konzerne),
  • Politik (Präsidenten, Kanzler, Premierminister, Staatsführer, EU-Kommisare, UN-Generalsekretäre, EU-Präsidenten, EU-Ministerräte, NATO-Direktoren etc.),
  • Medien,
  • Bildung (Hochschulen),
  • Wissenschaft,
  • Industrie (Rüstung, Öl, Pharma, Automobil),
  • Verteidigung,
  • Think Tanks,
  • Gewerkschaften,
  • Stiftungen (Rockefeller, Carnegie),
  • Adel (niederländisches-, belgisches- spanisches-, schwedisches- und britisches Königshaus) und
  • Kirche.

Bilderberg Club und andere Gruppen

Die Bilderberger sind ein vorrangiges Element in einem Netzwerk von Front-Organisationen und Geheimgesellschaften der Welt.

  • Council on Foreign Relations (CFR) übersetzt: Rat für auswärtige Beziehungen (RAB)
  • Trilaterale Kommission (TK) ist eine private Organisation gegründet von David Rockefeller
  • Chatham House (früher Royal Institute for International Affairs)
  • Vereinte Nationen (UN)
  • Gruppe der 8 (G8)
  • Skull & Bones (finanziert von der Russel Trust Association) dem z.B. die Bush Familie angehört
  • Illuminati
  • Freimaurer
  • Die Federal Reserve (gegründet genauso wie die CFR von den Rothschilds, Rockefellers, Warburgs etc.)
  • Der Bohemian Club (u. a. mit Henry Kissinger, Dick Cheney)
  • Der Vatikan
  • The Club of Rome
  • City of London Corporation

Freimaurer

Die erste Freimaurerloge, der Vorläufer des Weltmauerwerks, wurde 1717 in London gegründet und existiert noch heute.

Freimaurer zeichnen sich durch ein enormes Repertoire an Codes und Ritualen und eine komplexe Struktur innerer Hierarchien aus.

Die meisten modernen Geheimgesellschaften waren von der Freimaurerei inspiriert und übernahmen viele ihrer Modi und Funktionsweisen.

Was in der Loge passiert, bleibt in der Loge

Ihre Treffen finden im Geheimen statt. Ein Freimaurer darf nicht darüber sprechen – das ist auch heute noch so. Auf Außenstehende mag das befremdlich wirken. Für die meisten sind die Freimaurer immer noch ein Mysterium, etwas, das sie nicht verstehen. Das könnte sich ändern.

„Mit den modernen Kommunikationsmitteln gibt es eigentlich keine Geheimnisse mehr über den Bund“, sagt der Sozialwissenschaftler Hans-Hermann Höhmann aus Köln. Er ist Mitglied des Netzwerks Freimaurerforschung. Er erforscht den Bund und ist zudem selbst Freimaurer – seit 1958.

Mehr Transparenz durchs Netz – das gilt auch für die Freimaurer

Die Freimaurer seien transparenter geworden, vor allem auch durchs Internet. „Nicht nur Dritte schreiben über den Zusammenschluss“, sagt Höhmann. „Auch die Freimaurer selbst erklären sich der Öffentlichkeit im Netz.“

Wer danach suche, könne sogar die geheimen Erkennungszeichen recherchieren, darunter den Handdruck, bei dem das Mitglied einzelne Finger auf bestimmte Art kreuzt.

Wer oder was die Freimaurer genau sind, lässt sich trotz aller Informationen im Netz kaum sagen. Weltweit soll es 2,6 Millionen Freimaurer geben. „Der Bund ist so vielschichtig, dass er nicht auf eine einzige Gruppe beschränkt werden kann“, sagt Dieter-Anton Binder, der für seine Veröffentlichungen zur Geschichte der Freimaurer bereits 1991 den Karl von Vogelsang-Staatspreis erhielt.

Die Freimaurer als geschlossene Organisation gebe es nicht: „Die Freimaurerei erfindet sich immer wieder neu – jede Gesellschaft bringt eine spezifische Freimaurerei hervor“, sagt der Geschichtswissenschaftler. Nur ein vage formulierter Grundgedanke verbindet seit den Anfängen im 13. Jahrhundert die Freimaurer auf der ganzen Welt.

„Freimaurer stellen sich zur Aufgabe, ihr Leben im Sinne einer toleranten Menschlichkeit und Brüderlichkeit zu gestalten – und das mithilfe der Vereinigung“, sagt Binder.

Die Logen sind unabhängige Freimaurer-Vereinigungen

Die Freimaurer sind dezentral organisiert: Die Vereinigung gliedert sich in einzelne voneinander unabhängige Gruppen, die Logen. Die ersten dieser Logen gingen aus Steinmetzbrüderschaften in England hervor. Am 24. Juni 1717 schlossen sich vier dieser Bünde zur ersten Freimaurergroßloge zusammen.

Das Datum gilt als das offizielle Gründungsdatum der modernen Freimaurerei. „Freemasons“ heißen die Freimaurer auf Englisch. Historiker gehen davon aus, dass sich der Name von „freestone“ ableitet – das ist ein weicher Stein, den die Steinmetze früher bearbeitet haben. Auch die Symbole wie die Maurerkelle, das Winkelmaß und der Zirkel lassen sich auf die Tätigkeit der ersten Freimaurer zurückführen.

In den meisten Logen sind nur Männer. Doch mit der Emanzipation der Frau öffnen sich die Vereinigungen: Frauenlogen formen sich und gelten als anerkannte Freimaurer-Vereine. „Unsere Loge trifft sich regelmäßig zum Austausch mit der Frauenloge Sci Viam in Köln“, sagt Höhmann.

Freimaurer-Symbole: ein Zirkel und ein Winkel

Die Philosophie dahinter: Das Leben als Bauwerk

Um ihre Lebensphilosophie zu beschreiben, bedienen sich die Freimaurer einer Metapher: Sie vergleichen die Entwicklung eines Menschen (und der Gesellschaft) mit der Errichtung eines Bauwerks, des Salomonischen Tempels. Denn König Salomon gilt in der Überlieferung der Steinmetze als der größte Bauherr in der Heiligen Schrift.

„Die Freimaurer deuten den Salomonischen Tempel in einen Tempel der Humanität um“, sagt Binder. Der Freimaurer strebt danach, sich selbst (den inneren Tempel) und die Gesellschaft (den äußeren Tempel) zu verbessern.

Im Verlauf seines Lebens kann ein Freimaurer drei Grade erlangen: Lehrling, Geselle und Meister. Während der Lehrling noch auf der Suche nach dem Sinn des Lebens ist, beherrscht der Meister bereits die Selbstreflexion: Er überschaut und durchdenkt seinen Lebensplan.

Der Weg zum Meister sei relativ einfach, sagt Höhmann: „Man beteiligt sich am Logenleben, steigt nach einem Jahr zum Gesellen auf und nach einem weiteren Jahr zum Meister.“ Ein Meister hat schließlich auch die Befugnis eine Loge zu leiten. Höhmann selbst war zweimal „Meister vom Stuhl“ der Loge Ver Sacrum in Köln.

Eine Zeichnung des Tempel Salomons.
Bleistiftzeichnung eines monströsen Bauwerks mit Säulen und Innenhof.

Wo sich die Freimaurer treffen

Die Freimaurer entwerfen nicht bloß den Tempel ihres Lebens, sie errichten auch handfeste Bauwerke, die kaum zu übersehen sind, darunter die Freemasons‘ Hall in London, der Masonic Tempel in Detroit oder das George Washington Masonic National Memorial in Alexandria. „Die Bauwerke sind ein Versuch, die Ideenwelt der Freimaurer in den öffentlichen Raum zu übertragen“, sagt Binder.

Viele der Bauten dienen den Freimaurern als Treffpunkt. Die geschlossenen, rituellen Treffen bezeichnen die Mitglieder als Tempelarbeit. „Für uns sind diese Treffen ein feierlicher und spiritueller Einübungsraum der freimaurerischen Werte“, sagt Höhmann.

Die Freimaurer diskutieren während der Tempelarbeit vor allem über ein Thema: Menschlichkeit. „Beim letzten Treffen ging es in unserer Kölner Loge um die Frage, inwiefern die Moral von der Religion abhängt“, sagt der Freimaurer.

Details verrät Höhmann jedoch nicht. „Ich kann ohne Weiteres meine Meinung in der Öffentlichkeit kundgeben, jedoch nicht die Ansichten anderer Freimaurer-Kollegen“, sagt Höhmann.


Die Illuminati

Über kaum eine Organisation wird so viel spekuliert wie den Illuminatenorden des Adam Weishaupt. Selbst an der Gründung der Vereinigten Staaten sollen die „Erleuchteten“ beteiligt gewesen sein.

Der Illuminatenorden (lat. Illuminati = die Erleuchteten) ist ein 1776 von dem deutschen Philosophen und Kirchenrechtler Adam Weishaupt (1748 -1830) in Ingolstadt gegründeter Geheimbund, der die Ideen der Aufklärung fördern und verbreiten und das Prinzip der Monarchie bekämpfen wollte. Die Illuminaten waren ähnlich wie die Freimaurer organisiert.

Geheimbünde
Gegründet wurde der Illuminatenorden von Adam Weishaupt.

Das System der Ordensgrade führte zu immer tiefer gehenden Einweihungen, aber zugleich auch zu größerer Disziplinierung, denn der Aufstieg innerhalb des Ordens war mit strenger Geheimhaltung verbunden.

Am mächtigsten waren die Illuminaten in Deutschland, besonders im süddeutschen Raum. Adolph Freiherr von Knigge (1752- 1796) baute den Orden von 1780 an auch in Norddeutschland aus, indem er intensiv neue Mitglieder anwarb. Unter ihnen waren viele Adlige und Intellektuelle aus Knigges Umfeld, was dem Orden zunehmende Bedeutung verschaffte.

Die umtriebige und unbequeme Art des Freiherrn von Knigge führte allerdings später zu ordensinternen Auseinandersetzungen, die nach einigen Jahren zu seinem Ausschluss führten.

Des Weiteren zählten zu den Mitgliedern zumeist Beamte, aber auch Literaten wie Johann Wolfgang von Goethe (1749 -1832), mit dem Ordensnamen „Abaris“, und Johann Gottfried Herder (1744 -1803), unter dem Namen „Damasus Pontifex“.

Die Mitglieder erhielten bei ihrer Aufnahme in den Bund neue Namen; diese sollten zur Gleichheit unter den Illuminaten beitragen. Die Mitglieder konnten sich innerhalb des Ordens empordienen – vom Novizen zum Minerval und schließlich zum Erleuchteten Minerval, zum Illuminatus minor, danach zum Illuminatus major.

Eine Art Spionagesystem

Die Einführung in die Klasse der Minervalen erfolgte meist in der Nacht in einem abgelegenen Initiationszimmer. Hatte der Kandidat alle Fragen richtig beantwortet, musste er den Ordenseid ablegen. Danach wurden ihm das Kennzeichen und die Parole mitgeteilt, die je nach Grad verschieden waren.

Zu den Aufgaben der Mitglieder zählte das Beobachten des beruflichen Umfelds, der Freunde und sogar der eigenen Familien, so dass das Ordenssystem sich nach und nach zu einer Art Spionagesystem wandelte. Die Illuminaten erlangten eine so große Berühmtheit wie kaum ein anderer Geheimbund und avancierten zu den mysteriösen Verschwörern schlechthin.

Gerüchte, die Organisation wäre an der Französischen Revolution und der Gründung der Vereinigten Staaten beteiligt gewesen, halten sich bis heute. Sie entbehren jedoch jeder gesicherten Grundlage. Ein Zusammenhang zwischen dem Orden und der Zahl 23 wurde erstmals in den Romanen der Illuminatus-Trilogie der US-Autoren Robert Shea und Robert Anton Wilson hergestellt, die 1975 erschienen.

Wegen staatsgefährdender Tendenzen wurde der Illuminatenorden 1785 vom bayerischen Kurfürsten Karl Theodor (1724 – 1799) verboten. Weishaupt floh aus Bayern nach Gotha, um einer Haftstrafe durch den Fürsten zu entgehen, wo er bis zu seinem Tode 1830 lebte. Trotz der formellen Auflösung des Ordens wirkten die Mitglieder in einzelnen Logen weiter. Wegen ihrer angeblichen geheimen Machenschaften sorgten die Illuminaten immer wieder für Aufsehen in der Öffentlichkeit.


Die Rosenkreuzer

Die Rosicrucians, die vielleicht etwas weniger bekannt sind als die zuvor genannten, sollen im frühen 15. Jahrhundert von Christian Rosenkreutz gegründet worden sein. Diese geheime Gesellschaft versuchte, okkulte Praktiken zu nutzen, um eine globale Transformation zu erreichen.

Zwei Jahrhunderte nach seiner Gründung wurde der Orden durch die Veröffentlichung von drei Manifesten international bekannt. Sie gelten als die treibende Kraft jeder großen Revolution der modernen Geschichte.

Welches Ziel verfolgen die Rosenkreuzer im Lectorium Rosicrucianum?

Das Lectorium Rosicrucianum ist eine gnostische Geistesschule. Ziel ist die Verwirklichung des urchristlichen Einweihungsweges der Transfiguration. Zum Lectorium Rosicrucianum gehören Frauen und Männer, die eine Sehnsucht nach geistiger Lebenserneuerung in sich tragen.

Rosenkreuzer im Lectorium Rosicrucianum gehen einen praktischen spirituellen Weg, der ihrem Leben den lange gesuchten Sinn gibt. Der Ausgangspunkt für diesen Weg ist der göttliche Urkern im Menschen – das, was die Rosenkreuzer die „Rose des Herzens“ nennen.

Wer dieses innerliche Kraftzentrum einmal in sich selbst erfahren hat und zum leitenden Prinzip in seinem Leben macht, steht am Beginn eines eingreifendes Prozesses, der Transfiguration. Das ist die große Verwandlung des Menschen nach Seele, Geist und Körper. Die alte, sterbliche Persönlichkeit macht dabei nach und nach Platz für eine neue Beseelung, die aus ganz anderen Kräften genährt wird. Es sind nicht mehr die auf die Materie gerichteten, ichzentralen Kräfte, sondern Kräfte aus dem Gebiet des ursprünglichen Lebens, das den Tod nicht kennt.

Während dieses Prozesses der Transfiguration geht der „alte Mensch“ auf in einem neuen, geistigen Bewusstsein. Es ist der urchristliche Einweihungsweg, den Johannes im Neuen Testament so beschreibt: „Ich muss untergehen, der Andere muss wachsen.“ Der unsterbliche „Andere“ ist nicht in der Welt der Gegensätze zu Hause, sondern entstammt einer höheren Naturordnung, die vollkommen außerhalb der Begrenzungen von Diesseits und Jenseits liegt. Es ist die Geistseelenwelt, die ursprüngliche Schöpfung. Wer daran Anteil erhält, erfährt die Erkenntnis Gottes – die Gnosis – in sich selbst.

Rosenkreuzer sind Menschen, die die Stimme des „Anderen“ in ihrem innersten Wesen vernommen haben und das Licht der Gnosis aus innerer Erfahrung kennen. Sie stellen sich in den Dienst dieses „Anderen“ und geben dem Licht mehr und mehr Raum in ihrem Leben. Dadurch wird die Geburt eines neuen Bewusstseins ermöglicht, das durch das Licht von Seele und Geist geleitet wird. Das verwandelt den Menschen vollkommen. Dieser Prozess wird in der Bibel „Wiedergeburt aus Wasser und Geist“ genannt.

Das Ziel des Lectorium Rosicrucianum liegt ausschließlich auf spirituellem Gebiet und wird von den Schülern der Internationalen Schule des Goldenen Rosenkreuzes in ihrem eigenen Leben Schritt für Schritt verwirklicht. Das Lectorium verfolgt keinerlei gesellschaftliche, wirtschaftliche oder politische Ziele.


Die Tempelritter

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts haben neun Ritter gelobt, die Pilger, die durch das Heilige Land reisen, zu schützen.

Andere Ritter schlossen sich ihnen an, und die Organisation wuchs mit zunehmendem Wohlstand.

In der Volkskultur übernahmen Ritter die Rolle von Geldgebern vieler anderer Geheimgesellschaften sowie von Wächtern der heiligsten christlichen Schätze wie dem Heiligen Gral oder dem Blut Jesu Christi.

Die Mitglieder der Gesellschaft wurden jedoch schließlich von dem französischen König Philipp IV. Gefoltert und hingerichtet. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde die Organisation angeblich aufgelöst und existiert nicht mehr.

Die Ermordung der Templer, Kupferstich von Caspar Luyken | © Rijksmuseum Amsterdam

Die Tempelritter waren ein Vorbild der Johanniter und sind einer der berühmtesten Ritterorden. Zahlreiche Legenden ranken sich um sie, seit sie 1312 gewaltsam aufgelöst wurden. Wer waren die Templer?

Januar 1153: Die Streitmacht des Königreichs Jerusalem zieht gegen Askalon. Die befestigte Hafenstadt ist Ägyptens Vorposten im „Heiligen Land“. Sie bohrt sich wie ein schmerzender Stachel in die Flanke des Kreuzfahrerstaates. Monatelang belagert das christliche Heer mit allerlei Kriegsgerät die Stadt, bis plötzlich am 15. August ein Stück der Stadtmauer nachgibt. Ohne auf Verstärkung zu warten, stürmt Bernhard von Tremelay, der Großmeister der Templer, mit 40 Ordensrittern in die Stadt. Doch den Verteidigern gelingt es, die Bresche wieder zu schließen. Die abgeschnittenen Templer werden niedergemetzelt und am nächsten Tag „zieren“ 41 Körper die Stadtmauer. Diese Geste der Verachtung spornt die Christen nur noch mehr an. Eine Woche später fällt Askalon.

Wer waren diese Tempelritter, die mit solcher Todesverachtung kämpften? Die Templer-Chronik beginnt gegen 1120, als sich neun fromme Ritter unter der Führung des Franzosen Hugo von Payns zusammenschließen, um „das Land von Jerusalem zu verteidigen und die Pilger zu schützen“. Die Ritter unterwerfen sich den drei großen Prinzipien des Mönchtums: Keuschheit, Armut und Gehorsam. Doch ihren Weg zu Gott wollen sie nicht in der friedlichen Abgeschiedenheit eines Klosters suchen, sondern auf dem Schlachtfeld.

Die Johanniter kopierten die Templer

Dieses Konzept von „bete und kämpfe“ ist revolutionär, und es begeistert: Schon bald kopieren die Johanniter, die sich ursprünglich nur der Pilgerfürsorge verschrieben hatten, die Idee des Mönchsritters. Der Herrscher des Heiligen Landes, König Balduin II., überträgt Hug von Payns und seinen Anhängern eine Wohnung auf dem Tempelberg von Jerusalem. 1139 erhalten diese „armen Ritter Christi von Salomonischen Tempel“ durch Innozenz II. die päpstliche Anerkennung: „Gott selbst hat euch zu Verteidigern der Kirche und Gegnern der Feinde Christi gemacht!“

Seine Zeitgenossen teilen die Bewunderung, in einem Pilgerbericht liest man: „Die Templer sind vortreffliche Kriegsleute. Sie tragen weiße Mäntel mit einem roten Kreuz, und wenn si ein den Krieg ziehen, wird ihnen eine Standarte mit zwei Farben (Balzaus) vorangetragen. Sie ziehen in Schweigsamkeit dahin. Ihr erster Angriff ist der fürchterlichste. Im Vormarsch sind sie die Ersten, bei der Rückkehr die Letzten. Diese Templer leben unter einer strengen religiösen Regel, sie gehorchen in Demut, haben keinen persönlichen Besitz, essen genügsam und kleiden sich bescheiden.“

Ihre Ausbildungsmethoden sind unbekannt

Das Oberhaupt des Ordens ist der Großmeister, gefolgt von seinem Stellvertreter, dem Seneschall, und dem Marschall, Herr über das Arsenal und die riesigen Stallungen des Ordens. Am unteren Ende der Templerhierarchie stehen die nichtadeligen Dienenden Brüder: Handwerker und Sergeanten. Das eiserne Rückgrat des Ordens aber sind seine Ritterbrüder. Ihre Ausrüstung ist schlicht und schmucklos, gleicht aber ansonsten derjenigen ihrer weltlichen Standesgenossen: Als Waffen tragen sie Lanze, Schwert und Dolch, den Körper schützen Kettenhemd, Helm und Schild. Auch wenn das Ordenssiegel als Symbol für die Armut zwei Reiter zeigt, die sich brüderlich ein Pferd teilen, stehen jedem Ritterbruder mindestens zwei Pferde zur Verfügung: ein Hengst als Schlachtross sowie ein Wallach oder eine Stute als ruhiges „Reisepferd“.

Leider ist nur wenig über die Trainings- und Ausbildungsmethoden der Templer bekannt. Da der Orden nur gestandene Männer rekrutiert, ist auch der Templerneuling in der Regel ein erfahrener Ritter, der sein Schlachtross beherrscht und sein Pferd zu führen weiß. Nur eines ist für ihn neu und muss intensiv trainiert werden: die Eschielle, die Kavallerieattacke der Templer. Dabei reiten die Ritter in engster Formation zusammen, „dass ein zwischen sie geworfener Apfel nicht auf den Boden fallen kann, ohne einen der Ritter oder eines der Pferde zu berühren“.

Reiterattacken mit spezieller Technik

1177 lernen die bislang siegesverwöhnten Krieger Saladins in der Schlacht von Montgiscards die tödliche Effizienz der Eschielle kennen. „Wie ein einziger Mann“ stürmen 84 Templer unter der Führung ihres Großmeisters Odo von Saint-Armand auf das muslimische Heer. Der Angriff trifft den Feind mit der Wucht eines Hammerschlags. Die Reihen brechen und der Weg ist offen für die nachfolgenden Truppen des Königreichs Jerusalem. Ein Chronist: „Und Saladin war erschüttert in seiner Bewunderung, er sah seine Truppen zerschlagen, seine Männer in heilloser Flucht oder dem Schwert der Feinde preisgegeben“.

Der Sieg schenkt dem Königreich Jerusalem eine Galgenfrist von zehn Jahren, dann holt Saladin erneut zum Schlag aus. Bei den „Hörnern von Hattin“ vernichtet er 1187 das gesamte Aufgebot des Königreichs, als dieses sich törichterweise vom lebensspendenden Wasser entfernt. In der Hitze des Julis schmilzt die Kampfkraft des Kreuzfahrerheers wie Schnee in der Wüstensonne.

Die Templer scheiterten am Wassermangel

Saladins Truppen kesseln die halb verdursteten Christen ein und setzen die umliegende Steppe in Brand, um Panik zu schüren. Dann schlagen sie zu: wer nicht fällt, gerät in Gefangenschaft – die Quellen sprechen von 15 000 Mann. Das Gros der weltlichen Ritterschaft wird verschont und später gegen Lösegeld entlassen. Mit den verhassten Templern und Johannitern jedoch mach Saladin kurzen Prozess: „Ich will die Erde von diesen beiden schändlichen Organen reinigen, die niemals ihre Feindschaft aufgeben!“ 230 Tempelritter und eine unbekannte Zahl von Johannitern wurden auf der Stelle enthauptet.

Drei Monate nach diesem Sieg erobert Saladin Jerusalem. Dass sich die Christen trotzdem weiter auf dem Boden des „Heiligen Landes“ halten können, ist nicht zuletzt der Verdienst der Templer. Umfangreiche Ländereien und Privilegien im Abendland – allein in Frankreich zählt der Orden über 1000 Niederlassungen – verleihen den Templern die nötigen finanziellen Ressourcen, den Kampf um Palästina weiterzuführen.

Verrat brachte die Kreuzfahrer zu Fall

Die beiden Eckpfeiler der Verteidigung sind die Burg Atlit (Pilgerburg) südlich von Haifa und Safed in Galiläa. Safed, „nicht von Menschen alleine, sondern eher durch die Allmacht Gottes errichtet“, ist das größte Bollwerk im „Heiligen Land“. Bereits in Friedenszeiten zählt seine Besatzung 1700 Mann: Neben einer kleinen Führungselite von 50 Rittern und 30 Sergeanten der Templer sind es vor allem Söldner aus ganz Europa und dem christlichen Orient.

Ein Heer 10 000 abhängiger Bauern und Handwerker sichert die Versorgung der Burg. Gleich dreimal versucht Ägyptens Mameluckensultan Baibar, der selbst die Mongolen bezwungen hatte, 1262 diesen „Block in der Brust des Islam“ zu stürmen – vergeblich. Die Mauern der Burg und der Mut der Templer lassen sich nicht erschüttern. Erst der Verrat durch orientalische Söldner bringt Safed zu Fall.

Ein französischer König vernichtete die Templer

Mit diesem ruhmlosen Triumph Baibars beginnt der Untergang des Kreuzfahrerreiches. 1291 ist – bis auf wenige Burgen – Akkon das letzte traurige Fragment des einst so strahlenden Königreichs Jerusalem. In einer epischen Abwehrschlacht gegen eine erdrückende Übermacht von mehr als 120 000 Mann kämpfen Templer und Johanniter Seite an Seite. Nach wochenlangen Kämpfen, bei denen der greise Großmeister des Ordens, Wilhelm von Beaujeu, den Tod findet, fällt die Stadt. Ohne Akkon sind die verbleibenden Besitzungen im „Heiligen Land“ nicht mehr zu halten; die Templer müssen auch Atlit räumen. „Dieses Mal war alles verloren, und die Christen hielten nicht einmal mehr eine Hand voll Land“, notierte beklommen ein Chronist der Templer.

Ihre letzte Niederlage erleiden die Mönche mit dem Schwert durch einen christlichen Feind: In einem Schauprozess lässt Frankreichs König Philipp IV., genannt der Schöne, unter willfähriger Duldung von Papst Clemens V. die Templer wegen Blasphemie und „Sodomie“ (damals die Bezeichnung für homosexuelle Praktiken) vor Gericht stellen. Philipp fürchtet die Macht der Ritter und giert zugleich nach deren Besitz. Durch Folter werden Geständnisse erzwungen und am 3. April 1312 wird der Orden aufgelöst. Ein Jahr später stirbt der letzte Großmeister, Jacques des Molay, auf dem Scheiterhaufen der Inquisition. Der Mythos der Templer aber überlebt die Zeiten.


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