JFK-Akten: Zwei Schützen, CIA infiltierte die Medien & die Rolle Lyndon B. Johnsons…

 

in Mensch & Geschichte, Wissen & Technik Von Marco Maier

Die freigegebenen JFK-Akten brachten trotz der Nichtvollständigkeit zumindest ein paar Dinge ans Tageslicht. Darunter: Es gab einen zweiten Schützen, eine Infiltration der Medien durch die CIA und eine Verwicklung des Vizepräsidenten in das Komplott.

Wie es zu erwarten war, brachten die von Präsident Donald J. Trump freigegebenen Akten zur Ermordung von Präsident John F. Kennedy für die an diesem Fall Interessierten nicht "den" Durchbruch zur Klärung, doch zumindest konnte man so Bestätigung für einige der Vermutungen finden. Auch wenn man davon ausgeht, dass die restlichen weiterhin unter Verschluss gehaltenen Dokumente noch deutlich mehr Wissenswertes beinhalten.

So besagt das Dokument mit der Nummer "32144493" auf Seite 3, dass der Bericht des Generalstabsarztes verdeutlicht, dass zwei Personen in den ersten Schuss involviert waren, der unterhalb des Adamsapfels in den Hals des Präsidenten eindrang. Zudem habe es auch ein Einschussloch in der Windschutzscheibe des Autos des Präsidenten gegeben.

Weiters ging laut Dokument "32263509" auf der dritten Seite J. Edgar Hoover davon aus, dass Oswald nicht der echte Todesschütze gewesen sei. Er sagte dem Berater von Vizepräsident Lyndon B. Johnson: "Die Sache über die ich besorgt bin, und dies ist auch Mr. Katsenbach, etwas herausgegeben zu haben, mit dem wir die Öffentlichkeit überzeugen können, dass Oswald der echte Attentäter ist".

Weiters glaubten die Sowjets an einen gut orchestrierten Coup der "Ultrarechten". Laut Dokument "32204484" (ebenfalls auf Seite 3). Sie seien davon überzeugt gewesen, dass der Anschlag nicht die Tat eines einzelnen Mannes gewesen sei, sondern mehrere Leute eine Rolle gespielt hätten. Ziel sei es gewesen, damit antikommunistische Ressentiments in den USA zu schüren und die Verhandlungen mit der Sowjetunion (man bedenke: Es war die Zeit der Kuba-Krise) zu beenden, Kuba anzugreifen und danach den Krieg auszuweiten. Aus diesem Grund sei die UdSSR damals in den nationalen Alarmstatus übergegangen.

Im selben Dokument auf Seite 5 heißt es, die Quelle (offenbar ein Doppelagent) habe Instruktionen aus Moskau erhalten. Demnach habe der KGB Beweise dafür, dass Lyndon B. Johnson für die Ermordung John F. Kennedys verantwortlich sei. Deshalb sei es für die Sowjets wichtig zu wissen, die persönlichen Beziehungen zwischen Johnson und der Kennedy-Familie, insbesondere mit Robert und Ted Kennedy, zu kennen.

Im Dokument "32357111", einem Memo an den FBI-Direktor vom stellvertretenden Direktor der CIA heißt es auf den Seiten 2 und 3, dass ein britischer Journalist der bei Cambridge News angestellt war, nur 25 Minuten vor dem Anschlag einen anonymen Telefonanruf bekommen habe, wonach er die US-Botschaft in London für "einige große Neuigkeiten" anrufen solle.

Ein Memo (Dokument "32403785", Seite 3) aus dem Jahr 1976 drückt die Bedenken des Büros des CIA-Direktors aus, wonach es "echte Bedenken" hinsichtlich der Beziehungen des Geheimdienstes mit Reportern, Kirchenleuten und Missionaren gebe. Auf Seite 17 gibt man zu, dass mehr als 40 Journalisten für die CIA arbeiteten. Vor allem auch deshalb, weil es hierbei nach wie vor um den Fall JFK ging, der vom Abgeordnetenhaus weiterhin untersucht wurde.

Zudem scheint es so, als ob Lee Harvey Oswald, welcher der Öffentlichkeit als "der Attentäter" vorgeführt wurde, offenbar ein Agent der US-Regierung war. Dabei beruft man sich auf einen FBI-Informanten mit dem Namen Orest Pena.

 

Übrigens: Lyndon B. Johnson soll einem Dokument zufolge zumindest zu Beginn seiner politischen Karriere auch Mitglied des Ku Klux Klans gewesen sein. Dieser habe auch dokumentierte Beweise über die Mitgliedschaft des JFK-Nachfolgers in den eigenen Reihen.

 

 

Es bleibt jedenfalls weiterhin interessant, welche Zusammenhänge zur Ermordung John F. Kennedys mit diesen ganzen Dokumenten noch gefunden werden können. Doch: Eine umfangreiche Aufklärung des Falls dürfte wohl weiterhin kaum möglich sein.

  

Facebook Kommentar